Eine professionelle Website kostet nicht deshalb mehr, weil eine Agentur ein anderes WordPress installiert. Der Preis entsteht durch die Arbeit vor und um das System: Ziele klären, Inhalte strukturieren, Gestaltung entwickeln, Funktionen bauen, Daten sauber messen und den späteren Betrieb vorbereiten.
Deshalb ist eine Preisangabe ohne Leistungsumfang keine belastbare Orientierung. Für die Budgetplanung braucht ihr keine geheimnisvolle Formel, sondern eine klare Liste dessen, was die Website leisten soll.
Was eine professionelle Website kostet
Der Aufwand unterscheidet sich schon bei ähnlich großen Projekten deutlich. Diese Profile zeigen, welche Leistungen in einem Angebot sichtbar werden müssen:
| Projektprofil | Typischer Umfang | Im Angebot besonders zu klären |
|---|---|---|
| Kompakte Firmenwebsite | Strategie-Workshop, fünf bis acht Seitentypen, vorhandenes Erscheinungsbild, wenig Sonderfunktionen | Inhalte, Wiederverwendung von Komponenten und Abnahme |
| Vertriebsorientierte Unternehmenswebsite | individuelle Nutzerführung, Content-Konzept, Gestaltungssystem, Migration, Tracking und SEO-Basis | Strategie, Verantwortlichkeiten, Messung und Qualitätssicherung |
| Plattform oder komplexer Webauftritt | mehrere Zielgruppen, Schnittstellen, geschützte Bereiche, Mehrsprachigkeit oder individuelle Datenmodelle | Datenmodell, Schnittstellen, Berechtigungen und laufender Betrieb |
Eine einzelne Landingpage kann wesentlich enger abgegrenzt sein. Umfangreiche Fotografie, Textarbeit, Shopfunktionen oder ein komplizierter Datenimport erweitern den Umfang deutlich. Entscheidend ist nicht die Zahl der sichtbaren Seiten allein, sondern die Zahl der Entscheidungen und Abhängigkeiten dahinter.
WordPress selbst ist Open Source. Trotzdem ist eine professionelle Website nicht kostenlos. Hosting, Lizenzen, Konzeption, Umsetzung und Betrieb bleiben reale Kosten. Wir haben das im Beitrag über die tatsächlichen WordPress-Kosten genauer aufgeschlüsselt.
Die acht größten Kostentreiber
1. Strategie und Nutzerführung
Eine Website, die nur vorhandene Broschürentexte verteilt, ist schnell gebaut. Eine Website, die unterschiedliche Zielgruppen zu passenden Leistungen, Ansprechpartnern und nächsten Schritten führt, braucht mehr Vorarbeit. Dazu gehören Interviews, Zieldefinition, Suchintentionen und eine Informationsarchitektur.
2. Anzahl der Seitentypen
Zwanzig Seiten können aus vier wiederverwendbaren Vorlagen bestehen. Zehn Seiten können zehn individuelle Layouts und Funktionen benötigen. Für das Angebot sind Seitentypen deshalb aussagekräftiger als die reine Seitenzahl.
3. Gestaltungssystem
Wenn Farben, Schriften, Bildsprache und Komponenten bereits definiert sind, kann die Umsetzung darauf aufbauen. Fehlt diese Grundlage, gehört die Entwicklung eines Webdesign-Systems in den Projektumfang. Ein gekauftes Theme spart nicht automatisch Geld, wenn es anschließend gegen seine Logik umgebaut wird. Unsere Einordnung zu Divi bei professionellen Websites zeigt diese Grenze.
4. Inhalte
Texte, Fotos, Grafiken, Downloads und Videos kosten Zeit — auch dann, wenn ihr sie intern liefert. Material muss ausgewählt, redigiert, zugeschnitten, komprimiert und korrekt zugeordnet werden. Ungeklärte Inhalte sind einer der häufigsten Gründe, warum Projekte ins Stocken geraten.
5. Funktionen und Schnittstellen
Formulare, Terminbuchung, Standortsuche, CRM-Anbindung, Newsletter, Login oder Produktdaten wirken im Briefing oft wie eine Zeile. Technisch können dahinter Datenschutzfragen, Fehlerfälle, Synchronisationen und Tests stecken. Je geschäftskritischer eine Funktion ist, desto genauer muss sie geplant und geprüft werden.
6. Migration und SEO
Bei einem Relaunch müssen bestehende URLs, Rankings, Inhalte und Verlinkungen erhalten oder bewusst verändert werden. Weiterleitungen, Metadaten, strukturierte Daten und Tracking gehören in den Launch-Prozess. Wer die Migration erst nach dem Design betrachtet, spart am falschen Ende.
7. Barrierefreiheit und Qualitätssicherung
Tastaturbedienung, Kontraste, verständliche Formulare und saubere Überschriften verbessern nicht nur Zugänglichkeit. Sie zwingen auch zu einer besseren technischen und redaktionellen Struktur. Der Aufwand hängt davon ab, ob diese Anforderungen von Anfang an eingeplant oder nachträglich repariert werden.
8. Projektsteuerung und Betrieb
Abstimmungen, Dokumentation, Schulung, Hosting, Updates und Support sind keine Nebengeräusche. Sie entscheiden darüber, ob die Website nach dem Go-live weiter funktioniert und intern gepflegt werden kann.
Drei Projektprofile und ihr Aufwand
Lokaler Fachbetrieb
Ziel: Leistungen verständlich darstellen und qualifizierte Anfragen aus der Region gewinnen. Benötigt werden meist Startseite, Leistungsstruktur, Referenzen, Kontakt, lokale SEO-Grundlagen und ein zuverlässig messbares Formular. Sind Texte, Bilder und Erscheinungsbild bereits brauchbar, sinkt der konzeptionelle und redaktionelle Aufwand.
B2B-Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Leistungen
Hier kommen oft mehrere Zielgruppen, Fachinhalte, Karriere, Fallstudien und Schnittstellen zum CRM hinzu. Strategie, Content und Nutzerführung haben deutlich mehr Gewicht. Ein Angebot muss diese Rollen, Abstimmungen und technischen Abhängigkeiten getrennt sichtbar machen.
Onlineshop oder Plattform
Produkte, Varianten, Steuern, Versand, Zahlungen, Rechtstexte, Warenwirtschaft und Transaktionsmails bilden einen Geschäftsprozess. Ein Shop ist kein Kontaktformular mit Warenkorb. Individuelle Prozesse, Datenmigration und Schnittstellen verändern den Aufwand stärker als die reine Zahl der sichtbaren Seiten.
Diese Beispiele zeigen keine Paketpreise. Sie machen sichtbar, wie Geschäftsmodell und Risiko den Aufwand verändern.
Einmalige und laufende Kosten
Das Projektbudget deckt den Aufbau. Danach entstehen laufende Kosten:
- Hosting, Domains und E-Mail-Dienste;
- Premium-Lizenzen und externe Schnittstellen;
- WordPress-Wartung, Backups und Monitoring;
- redaktionelle Pflege und neue Inhalte;
- SEO, Auswertung und Conversion-Optimierung;
- technische Weiterentwicklung.
Plant für einen normalen Unternehmensauftritt nicht nur den Launch, sondern auch einen festen Rahmen für den laufenden Betrieb. Seine Größe ergibt sich aus Kritikalität, Änderungsbedarf, Reaktionszeiten, Lizenz- und Hostingstruktur sowie dem Umfang der redaktionellen und technischen Weiterentwicklung.
Baukasten, Freelancer oder Agentur
Ein Baukasten passt, wenn der Umfang klein, die Anforderungen standardisiert und interne Zeit vorhanden ist. Ein guter Freelancer kann kompakte Projekte effizient umsetzen. Eine Agentur wird sinnvoll, sobald Strategie, Gestaltung, Entwicklung, SEO, Inhalte und Betrieb ineinandergreifen oder verlässlich vertreten werden müssen.
Die Entscheidung sollte nicht am Tagessatz hängen. Vergleicht Zuständigkeiten, Erfahrung mit ähnlichen Anforderungen, Qualitätssicherung, Übergabe und Folgekosten. Auch die Kosten und Grenzen von Divi lassen sich nur im Zusammenhang mit eurem Projekt beurteilen.
So wird ein Angebot vergleichbar
Ein belastbares Angebot beantwortet mindestens:
- Welche Ziele und Zielgruppen sind vereinbart?
- Welche Seitentypen und Inhalte sind enthalten?
- Wer liefert, redigiert und pflegt Texte und Bilder?
- Welche Funktionen und Schnittstellen werden umgesetzt?
- Welche Anforderungen gelten für SEO, Tracking, Datenschutz und Barrierefreiheit?
- Wie laufen Feedback, Korrekturen und Abnahme?
- Was wird migriert und weitergeleitet?
- Welche Dokumentation und Schulung gibt es?
- Was kostet Hosting, Wartung und Weiterentwicklung?
- Was ist ausdrücklich nicht enthalten?
Wenn zwei Angebote unterschiedliche Antworten geben, sind auch die Endpreise nicht direkt vergleichbar.
Wo Sparen teuer wird
Sparen könnt ihr bei Funktionen ohne belegten Nutzen, bei unnötigen Animationen und bei Seiten, die niemand braucht. Teuer wird Sparen bei Struktur, Inhalten, Weiterleitungen, Sicherheit und Tests. Diese Arbeiten sind später schwerer zu korrigieren, weil dann bereits Inhalte, Kampagnen und Gewohnheiten darauf aufbauen.
Auch eine knappe erste Ausbaustufe kann professionell sein. Wichtig ist, dass sie bewusst reduziert und technisch erweiterbar geplant wird. Klein anfangen ist etwas anderes als planlos anfangen.
Häufige Fragen zu Website-Angeboten und Projektkosten
Warum nennt ein seriöses Angebot nicht nur eine Seitenzahl?
Die Seitenzahl sagt wenig über unterschiedliche Seitentypen, Inhalte, Funktionen und Schnittstellen aus. Entscheidend ist, welche Bausteine konzipiert, gestaltet, entwickelt, migriert und getestet werden müssen.
Welche Unterlagen machen ein Website-Angebot genauer?
Hilfreich sind Ziele, Zielgruppen, vorhandene Inhalte, gewünschte Funktionen, technische Zugänge und ein realistischer Zeitrahmen. Je klarer Abhängigkeiten und Zuständigkeiten beschrieben sind, desto weniger muss ein Angebot mit Sicherheitsaufschlägen oder offenen Annahmen arbeiten.
Sind Texte, Bilder und SEO normalerweise enthalten?
Das ist nicht automatisch so. Ein Angebot sollte für Strategie, Texterstellung, Fotografie, Suchmaschinenoptimierung und Inhaltspflege jeweils benennen, was enthalten ist, wer zuliefert und wie viele Korrekturen vorgesehen sind.
Was gehört nach dem Launch in die laufende Planung?
Mindestens Hosting, Updates, Backups, Monitoring, Lizenzen und technische Betreuung. Je nach Website kommen Redaktion, SEO, Tracking, Kampagnen und Weiterentwicklung hinzu.
Wie lassen sich zwei Agenturangebote sinnvoll vergleichen?
Vergleicht nicht nur Endbeträge, sondern Ergebnisse, Leistungsgrenzen, Verantwortlichkeiten und Abnahme. Wenn ein Angebot Inhalte, Migration oder Tests ausklammert, ist es nicht direkt mit einem vollständigen Projektangebot vergleichbar.
Budget-Checkliste
Vor der Anfrage solltet ihr diese Punkte festhalten:
- messbare Ziele und wichtigste Zielgruppen;
- gewünschter Go-live und feste Abhängigkeiten;
- vorhandene Marke, Texte, Bilder und Daten;
- benötigte Seiten, Seitentypen und Sprachen;
- Funktionen, Schnittstellen und Verantwortliche;
- Anforderungen an SEO, Tracking und Datenschutz;
- gewünschte Pflege nach dem Launch;
- realistischer Budgetkorridor inklusive Reserve.
Google empfiehlt, Websites logisch zu organisieren, beschreibende URLs zu verwenden und Inhalte für Menschen verständlich aufzubauen. Das sind keine nachträglichen SEO-Tricks, sondern Anforderungen an das Projekt selbst. Die Grundlage beschreibt der offizielle SEO-Starter-Guide.
Wenn ihr euer Budget und den sinnvollen Umfang klären wollt, schauen wir uns Ziele, vorhandenes Material und technische Abhängigkeiten gemeinsam an. Bei unseren Websites beginnt ein Angebot deshalb mit dem Projekt — nicht mit einer Seitenpauschale.



