User Experience (UX) und Design

Zwei Website-Angebote. Zwei völlig verschiedene Projekte.

Zwei dunkle Projektkästen mit unterschiedlich angeordneten Website-Modulen und einer gemeinsamen türkisen Vergleichslinie.Mit KI erstellt

In beiden Angeboten steht „Referenzbereich“. Beim einen bekommt ihr eine Vorlage, in die euer Team fertige Texte und Bilder einpflegt. Beim anderen führt die Agentur Interviews, schreibt die Projekte auf, wählt Bilder aus und organisiert die Freigaben.

Hinter derselben Bezeichnung können also ganz unterschiedliche Leistungen stecken.

Dieses Beispiel ist erfunden. Es zeigt aber, worauf es beim Vergleich von Website-Angeboten ankommt: Welche Leistung steckt hinter den kurzen Zeilen, und welcher Teil des Projekts bleibt bei euch?

Lesen wir ein Angebot zwischen den Zeilen

Nehmen wir diesen fiktiven Auszug:

Individuelles Webdesign. Zehn Unterseiten. Suchmaschinenoptimierung inklusive. Inhalte kundenseitig. Übergabe nach Fertigstellung.

Ob dieses Angebot zu euch passt, lässt sich mit ein paar Rückfragen herausfinden. Schauen wir uns dafür besonders die Angaben zu den Inhalten und zur Übergabe an.

„Inhalte kundenseitig“ klingt nach einer kleinen organisatorischen Anmerkung. Dahinter kann ein erheblicher Teil des Projekts stecken. Wer formuliert eure Leistungen? Wer spricht mit den Fachleuten? Wer sucht die Bilder heraus und klärt, ob ihr sie verwenden dürft?

Vielleicht liegen eure Texte und Bilder schon bereit. Dann lässt sich darauf aufbauen. Wenn die Informationen noch auf Präsentationen, ältere PDFs und verschiedene Menschen im Team verteilt sind, braucht ihre Zusammenstellung Zeit. Besprecht mit der Agentur, wer das übernehmen kann.

Lasst deshalb beschreiben, in welchem Zustand Inhalte übergeben werden sollen. „Wir liefern Texte“ und „wir liefern Stichpunkte für ein Interview“ sind zwei sehr unterschiedliche Zusagen.

Zehn Seiten sagen erstaunlich wenig

Eine Kontaktseite und eine Produktübersicht mit Filtern zählen jeweils als eine Seite. Für Planung und Umsetzung bringen sie jedoch unterschiedliche Aufgaben mit.

Für den Vergleich hilft ein gemeinsamer Blick auf Vorlagen, Inhalte und Funktionen. Eine Vorlage bestimmt beispielsweise, wie Referenzen aufgebaut sind. Der einzelne Inhalt ist das konkrete Projekt mit Text und Bildern. Eine Funktion könnte die Suche nach Branche oder Leistungsbereich sein.

So lässt sich präzise fragen: Wird nur die Referenzvorlage gebaut, oder werden die vorhandenen Projekte auch aufbereitet und eingepflegt? Wer testet die Filter? Was passiert, wenn später eine neue Branche dazukommt?

Bei einem Formular gilt derselbe Gedanke. Sichtbare Felder sind schnell beschrieben. Für den fertigen Ablauf braucht es außerdem Empfänger, Bestätigung und einen Umgang mit Versandfehlern. Ein grüner Haken auf der Website beweist noch keine zugestellte Anfrage. Darum geht es auch in unserem Beitrag zur Zustellung von Kontaktformularen.

In unserer Website-Konzeption klären wir solche Abläufe, bevor aus einzelnen Funktionswünschen ein Angebot wird. Das macht auch sichtbar, welche Erweiterung ihr euch vorerst sparen könnt.

Was bedeutet „SEO inklusive“ für eine bestehende Website?

Bei einem Relaunch ist zunächst wichtig, was bereits da ist: genutzte Seiten, auffindbare Inhalte, Downloads und bestehende Adressen. Wenn URLs wechseln, brauchen sie passende neue Ziele. Diese Arbeit muss im Projekt einen Platz haben.

Google beschreibt für Website-Migrationen die Zuordnung alter und neuer URLs und weist auf mögliche Schwankungen in der Suche hin. Eine Garantie unveränderter Rankings lässt sich daraus nicht machen. Eine konkrete Liste der zu übernehmenden Inhalte und Weiterleitungen sehr wohl.

Fragt also nach dem Umfang. Werden nur neue Seitentitel gepflegt? Wird der Bestand untersucht? Wer prüft nach dem Start, ob wichtige alte Adressen noch zum richtigen Inhalt führen? Unsere Relaunch-Checkliste hilft, die relevanten Aufgaben herauszufiltern.

Ähnlich wenig sagt das Wort „barrierearm“ ohne vereinbarten Prüfrahmen. Lässt sich das Kontaktformular mit der Tastatur bedienen? Sind Fehler verständlich erklärt? Solche Kontrollen gehören zu den W3C-Einstiegsprüfungen; ein vollständiger Barrierefreiheitsnachweis sind sie nicht. Im Angebot sollte stehen, welche Qualität tatsächlich geprüft und abgenommen wird.

Und dann bekommt ihr den Schlüssel

„Übergabe nach Fertigstellung“ verdient einen eigenen Blick. Stellt euch den ersten Arbeitstag mit eurer neuen Website vor: Ihr möchtet eine Referenz ergänzen, ein Bild tauschen und eine neue Kollegin vorstellen. Könnt ihr das selbst? Wisst ihr, wo die Dateien liegen? Gehören die benötigten Zugänge euch?

Zur Übergabe können eine Einweisung, Dokumentation, Konten und vereinbarte Dateien gehören. Ebenso muss klar sein, welche Lizenzen weiterlaufen und wer Updates, Backups und Support übernimmt. Wenn ihr die spätere Betreuung schon im Angebot klärt, wisst ihr auch nach dem Start, an wen ihr euch wenden könnt.

Welcher Umfang zu euch passt, hängt auch von eurem Team ab. Wenn ihr Inhalte vorbereitet und später selbst pflegt, kann eine kleinere Umsetzung gut ausreichen. Fehlen dafür Zeit oder Fachwissen, kann die Agentur mehr übernehmen. Wichtig ist, dass ihr diese Aufteilung gemeinsam festlegt.

Für ein vergleichbares Bild könnt ihr beiden Anbietern dieselbe Frage stellen: „Was liefert ihr fertig, was liefern wir, und woran erkennen wir gemeinsam, dass das Projekt abgenommen werden kann?“

Wenn die Antworten vorliegen, schaut noch einmal auf die beiden Wörter vom Anfang: „Referenzbereich“. Jetzt wisst ihr, welches Projekt sich dahinter verbirgt.

Stephan Benz
Gründer & Inhaber

Stephan Benz ist Gründer und Inhaber von BenzDigital (Stephan Benz Digital PR) und begleitet seit 2014 WordPress-, WooCommerce-, SEO- und Digitalprojekte aus…

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